Eine musikalische Reise von Mussorgsky bis Santana
Kaum waren die Töne des letzten musikalischen Bildes „Das große Tor von Kiev“ verklungen, wurde eines klar: „Bilder einer Ausstellung“ entfaltet seine musikalischen Reize auch, wenn es durch eine Blaskapelle interpretiert wird. Ob fein instrumentiert oder mit der ganzen Wucht des Orchesters, die Dynamik des Werks nahm das Publikum mit und ließ es kurz innehalten, bevor dieses Beifall zollte.
Was für „Bilder einer Ausstellung“ gilt, galt für das ganze Programm, das in einen konzertanten Teil vor der Pause und einen modernen danach unterschieden wurde. Kraftvoll begann die Kapelle mit „Espana“, einem Konzertwalzer, der musikalische Motive der iberischen Halbinsel erklingen ließ. Mit Programmmusik ging es weiter: „The Highlands“, dirigiert von Paul Arnold, entführte die Zuhörer in die Landschaften Schottlands.
Dirigentin Claudia Grimm hatte „ihre Musiker_innen“ optimal auf die Herausforderungen des Konzertes vorbereitet. In den vier Jahren ihres Wirkens hat sie die Kapelle weiterentwickelt und darf nun auf ein nahezu 60-köpfiges Orchester blicken, das ihre musikalischen Vorstellungen umsetzt.
Als Conférencier führte der Vereinsvorsitzende Matthias Köstle durchs Programm. Seine Erläuterungen bauten Brücken zu den musikalischen Beiträgen und erlaubten es, ein tieferes Verständnis des Gehörten zu entwickeln.
Mit einem Medley aus dem Musical „Cabaret“ eröffnete die Kapelle das Programm nach der Pause. Ein Arrangement von Motiven aus „Wicked“, dirigiert von Philipp Arnold, und das Gesangsstück „A Whole New World“ aus „Aladdin“, gefühlvoll vorgetragen im Gesangsduett von Ranjana Dornschneider und Wolfgang Arnold, schlossen dieses Genre ab.
„The Shoop, Shoop Song“, bekannt in der Version der Sängerin „Cher“, gesungen von Ranjana Dornschneider, Lea Habel und Juliana Köstle, sowie „Ein ehrenwertes Haus“ von Udo Jürgens, interpretiert von Wolfgang Arnold, sorgten für Stimmung und kräftigen Applaus.
Instrumental legte die Kapelle mit einem Medley von Austropop-Legende „Falco“ nach und brachte damit das „ehrenwerte Haus Biddersbachhalle“ zum Beben.
Klar war, dass die Kapelle nach dem letzten Stück nicht einfach die Bühne verlassen konnte. Mit einer kurzen, aber pointiert vorgetragenen Kombination aus „Cabaret“ und „Rock Me Amadeus“ setzte diese mit ihrer zweiten Zugabe einen Punkt hinter den sehr gelungen musikalischen Abend.
Markus Rösch
![]()
